Fischbesatz in der Schweiz
Fischbesatz ist ein Thema unter Fischern, welches immer wieder mal diskutiert wird. Nun hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) verschiedene Besatzmassnahmen in der Schweiz unter die Lupe genommen und eine Zusammenfassung der Wirkungskontrollen der letzten 40 Jahre publiziert. Die Schlussfolgerungen und Empfehlungen überraschen jedoch nicht. Sie untermauern deutlich die Erkenntnisse und Anliegen von uns Fischern, dass die Wiederherstellung der natürlichen Lebensräume in stehenden wie auch fliessenden Gewässern mit wenigen Ausnahmen alternativlos ist. Hier können wir als Verein ansetzen, was wir in kleinem Stile auch schon gemacht haben. Dort, wo sich Fischarten auf natürlichem Weg gut vermehren können und die Gewässer intakt sind, ist ein Besatz wirkungslos (z.B. Hecht im Zürichsee oder Bachforellen in teils gut erhaltenen Strecken der Sihl, Alp oder Biber). Die Empfehlung der BAFU-Studie lauted, dass Besatzmassnahmen hier besser einzustellen sind. Nur die Wiederansiedlung lokal ausgestorbener Arten nach der Wiederherstellung des natürlichen Lebensraumes mache Sinn. Dies könnte zum Beispiel auf den Lachs zutreffen. Oder auch nach Umweltkatastrophen (Gülle oder Gift) sowie starken lokalen Unwettern wie die Überschwemmungen in Galgenen 2021 oder dem Trepsenbach, welcher bei Vorderthal in die Wägitaler Aa mündet. Letzterer wurde letztes Jahr zwecks Überprüfung der Auswirkungen der Unwetter von vor 2-3 Jahren abgefischt. Dabei hat man fast keine Forellen mehr auffinden können. Auch der Hallwilersee ist aufgrund der Überdüngung in den 80er-Jahren und der zwar verbesserten, aber immernoch teils ungenügenden Sauerstoffsättigung auf unterstützende Massnahmen angewiesen. Immerhin konnten die zwischenzeitlich ausgestorbenen Felchen wieder neu angesiedelt werden. Fänge aus Naturverlaichung sind aber mit 10% noch auf bescheidenem Niveau.
In Gewässern mit ökologischen Defiziten, welche die natürliche Reproduktion stark behindern, kann ein Besatz einiger beliebter Arten wie Felchen oder Seesaiblingen unterstützend wirken. Ein Beispiel hierfür dürfte neben dem Hallwilersee auch der Zürichsee sein. Sprich, wenn das Gewässer genügend Futter und Lebensraum bietet, die natürliche Reproduktion aber nicht optimal oder eher klein ist, dann kann aus wirtschaftlichen Gründen im Sinne der Fischerei eine Unterstützung durch Besatz Sinn ergeben. Mehr dazu findest Du auf der Seite des BAFU.
Kontroverser diskutiert wird das Aussetzen von massigen Forellen, welche lediglich zur Befriedigung der Fangzahlen für Bachfischer vorgenommen wird. Im Kanton Schwyz wird dies in einigen klar definierten Zonen praktiziert, um die Bachstrecken nicht zu beeinträchtigen, welche vollends intakt sind. Ein Beispiel hierfür ist der Waldisee, welcher als Fliessgewässer definiert wird. Diese klar ausgewiesenen Spezialgewässer sind aber nicht Teil der oben geschilderten BAFU-Studie.
Quellen: BAFU und Fischereiberatung.ch
Bild: Brutanlage Brunnen